Naturidentische Hormontherapie
nach Dr. med. Volker Rimkus


Als Heilpraktikerin bin ich in der Hormontherapie mit bioidentischen Hormonen als zertifizierter Berater tätig.

Die meisten Menschen denken bei Hormonen an die Geschlechtshormone, die sog. Steroidhormone und ihren Einsatz bei Beschwerden in den Wechseljahren oder an die Pille zur Schwangerschaftsverhütung . Doch was hier zum Einsatz kommt, sind keine bioidentischen Hormone, sondern Medikamente mit Hormonwirkung, mit zum Teil gravierenden Nebenwirkungen.

Seit Jahrzehnten gibt es jedoch – was den wenigsten allerdings bekannt ist - die Möglichkeit Hormonmangelzustände mit bioidentischen, also natürlichen, dem Körper vertrauten Hormonen, zu behandeln.

Eine Hormonsubstitution sollte immer eine Simulation der Natur sein, d.h. was fehlt wird ersetzt mit der exakten Kopie des Originals.

Es ist das Verdienst von Dr.med.Volker Rimkus, einem deutschen Gynäkologen, ein alternatives Therapiekonzept ins Leben gerufen zu haben, dessen Effektivität und Sicherheit sich nun seit über 30 Jahren in der Praxis bewährt hat. Diese segensreiche Behandlungsmethode für Frauen in den Wechseljahren (gleiches gilt auch für Männer) ist von den Ergebnissen her die überzeugendste, wie ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen kann.



Was sind eigentlich Hormone?

Hormone sind Botenstoffe des menschlichen Körpers, die für das gesamte Zusammenspiel all unserer Körperfunktionen verantwortlich sind (wie Stoffwechsel, Blutzuckerspiegel, Blutdruck, Herzfrequenz, Körpertemperatur, Wasserhaushalt, Fortpflanzung, Stimmung u. vieles andere mehr), Frauen und Männer haben übrigens identische Hormone, nur in unterschiedlichen Mengen. Der normale, durchschnittliche Östradiolspiegel im Blut einer jungen Frau liegt bei ca. 100 – 160 pg/ml, der weibliche Testosteronspiegel bei ca. 0,2 – 0,9 ng/ml. Dies sind jedoch zwei unterschiedliche Maßeinheiten, was berücksichtigt werden muss, da man ansonsten zu einem vollkommen falschem Bild kommt, was nicht nur Laien passiert!

1 ng/ml = 1000 pg/ml, umgerechnet hat die Frau demnach einen physiologischen Testosteronspiegel von 200 – 900 pg/ml gegenüber dem schon erwähnten Östradiolspiegel von 100 – 160 pg/ml. Sie hat also wesentlich mehr Testosteron als Östradiol, somit kann man eigentlich auch nicht von "weiblichen" und/oder "männlichen" Hormonen sprechen.

Beim physiologischen Hormonprofil eines gesunden, jungen Mannes liegt der Östradiolspiegel bei 30 – 60 pg/ml, der Testosteronspiegel bei 3 – 9 ng/ml. Umgerechnet liegt der Testosteronwert also bei 3000 – 10000 pg/ml(!), somit erscheint der Östradiolwert auch nicht mehr so hoch gegenüber dem vergleichsweise sehr hohen Testosteronwert.

Frau und Mann haben also beide einen höheren Testosteronspiegel im Blut als Östradiolspiegel, im Bereich der Hormone gibt es also mehr Gemeinsames als Trennendes.

Sind wir im hormonellen Gleichgewicht, fühlen wir uns wohl und gesund. Viele Beschwerden, die scheinbar nichts mit Hormonen zu tun haben, wie z.B. Depressionen, Schlafstörungen, Migräne, chron. Blasenentzündungen, Schwindel, Panikattacken, Fibromyalgie und andere Schmerzzustände sowie noch viele andere Symptome können durch Hormonstörungen verursacht werden und somit auch mit den Hormonen, die genau den körpereigenen Hormonen entsprechen, ohne Nebenwirkungen geheilt bzw. stark gelindert werden.


Wie wird konkret behandelt?

Zur Übersicht und Kontrolle werden zunächst die aktuellen Hormonwerte im Blut (!!) bestimmt.

Bei der Frau

  • Progesteron
  • Östradiol (E 2)
  • FSH
  • Vitamin D3 (25-OH Cholecalziferol)


Beim Mann noch zusätzlich

  • PSA (FSH entfällt)
  • Testosteron


Eventuell bei bestimmten Symptomen: Schilddrüsenwerte, DHEA, Testosteron (z.B. bei Haarausfall, verminderter Libido u.a.).

Wenn also der Blutspiegel und die Symptome des Patienten Mängel aufweisen, dann werden die entsprechenden Hormone (und nur diese) über ein individuelles Rezept in einer speziell qualifizierten Apotheke, hergestellt.

Das unterscheidet sich somit wesentlich von dem sonst üblichen Vorgehen bei der Therapie mit synthetischen Hormonen, bei der in der Regel keinerlei Blutwerte vor und während der Therapie erhoben werden, aber dennoch den meisten Patientinnen die gleichen Hormone in gleicher Dosierung verordnet werden.

In der Regel kann man bei dieser Art der Behandlung mit bioidentischen Hormonen sehr schnell eine Verbesserung der entsprechenden Blutwerte messen, was auch einhergeht mit einer Symptomverbesserung.

Grundlage der Verordnung sind die Ergebnisse der Forschungen von Dr. med. Völker Rimkus: alle drei Monate werden die Blutwerte kontrolliert, bis sich die Werte für mindestens 1/2 Jahr im Zielfenster ("Idealwerte") befinden. Diese Idealwerte wurden in über 30-jähriger Praxiserfahrung von Dr. med. Volker Rimkus bestimmt.

Die steroidalen Hormone Progesteron und Östradiol sind essentiell lebensnotwendig. Alle Warnungen über schädliche Wirkungen dieser Hormone beziehen sich ausschließlich auf die bereits schon erwähnten synthetischen Derivate, chemisch veränderte Medikamente mit Hormonwirkung. Allein mit diesen wurden in der Langzeitbeobachtung all die negativen Erfahrungen gemacht, die tagtäglich veröffentlicht werden.

Der verstorbene Arzt J. Lee war neben Dr. Rimkus wohl einer der wenigen Forscher, der sich mit den vielfältigen Wirkungen vor allem des natürlichen Progesterons, quasi der "Mutter aller Hormone", jahrelang beschäftigt hat.

Wie werden die bioidentischen Hormone hergestellt?

Zur Herstellung der naturidentischen Hormone hat sich als natürliches Ausgangsmaterial am besten das Diosgenin aus der wilden Yamswurzel bewährt, welches nach einem bestimmten Verfahren (Marker-Prozess) in Progesteron umgewandelt wird, das genau dem menschlichen, körpereigenen Progesteron entspricht, d.h. es hat exakt dieselbe Molekularstruktur.

Das Progesteron ist Ausgangsstoff für die weitere Aufschlüsselung in naturidentisches Östradiol und Testosteron (!) im Körper. Bei den synthetischen hormonähnlichen Stoffen werden durch kleinste Veränderungen in der Molekularstruktur künstliche Produkte geschaffen, die dann natürlich nicht mehr dem normalen Abbau und/oder Umbau im menschlichen Körper unterliegen, und somit enorme negative Auswirkungen haben können. Auf der anderen Seite sind diese chemisch optimierten Hormonstoffe aber patentierbar, patentrechtlich geschützt, da sie so in der Natur ja nicht vorkommen.

Zurück zum natürlichen Progesteron: über verschiedene Zwischenstufen erfolgt aus Progesteron auch die Synthese von Kortisol (Stresshormon, Stress wird bei fallenden Hormonspiegeln schlechter toleriert) und Aldosteron (zur Wasserregulation, in den Wechseljahren lagern viele Frauen Wasser ein, was zur Gewichtszunahme führt) weiterhin sensibilisiert Progesteron die Körperzellen für die Schilddrüsenhormone (d.h. unter einer Therapie mit naturidentischen Hormonen kommt es häufig vor, dass die Schilddrüsenhormone reduziert werden können, da sich wieder ein natürliches Gleichgewicht einstellt ). Auch die Insulinwirkung steigt, was wiederum zu einem besseren Stoffwechsel führt.

Theoretisch wäre es sogar möglich, einer Frau ausschließlich Progesteron zur Substitution anzubieten, was oft auch versucht wird. Man vertraut dann darauf, dass die anderen Hormone aus Progesteron gebildet werden können wie es früher in jungen Jahren geschehen ist. So einfach ist es aber leider nicht, es werden z.B. wichtige Fermente benötigt, die diese Syntheseleistung zur hormonellen Peripherie vollbringen müssen und leider unterliegt auch die Neubildung dieser Fermente einem Altersprozess.



Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Bei einer Ergänzung von dem, was fehlt, werden langfristig keine Nebenwirkungen auftreten können, es wird nur wieder aufgefüllt, was nicht mehr gebildet wird. Synthetische Hormone können zwar auch an die Körperrezeptoren für Hormone andocken und teilweise eine hormonähnliche Wirkung auslösen, aber meist werden damit die Rezeptoren auch blockiert oder im schlimmsten Fall unwiderruflich geschädigt und stehen somit dem Körper nicht mehr zur Verfügung. Die hormonähnlichen Produkte werden auch nicht in der natürlichen Weise weiter verstoffwechselt, d.h. sie können auch nicht in andere Hormone umgewandelt werden. Genau diese weitere Umwandlung (besonders des Progesterons) ist aber die Ursache für die vielfältigen, günstigen Wirkungen des Progesterons im menschlichen Körper.

Das ist auch der Grund, warum es in wissenschaftlichen Studien zur Untersuchung von synthetischen Hormonen zu so vielen schlechten Ergebnissen kam. Diese hormonähnlichen Medikamente wirken eben nur ähnlich und nicht exakt so wie es die Natur in Millionen von Jahren entwickelt hat.

Die Entscheidung für eine Therapie mit naturidentischen Hormonen muss jeder Einzelne unter Berücksichtigung und Abwägung aller Aspekte selbst treffen: ich berate, informiere und begleite Sie dabei. Aus eigener Erfahrung heraus ist für mich die Therapie mit bioidentischen Hormonen ein natürlicher, gesunder Weg zu mehr Lebensqualität, Vitalität und Gesundheit auch in höheren Jahren, wenn die eigene Hormonproduktion langsam nachlässt, was natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich schnell erfolgen kann.